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Aufwand

Wie Aufwand in Ihrer Buchhaltung wirkt – Klartext für Unternehmer:innen

Was genau ist eigentlich Aufwand – und was bedeutet er für Ihr Unternehmen? Der Begriff begegnet Ihnen ständig: in der Gewinn- und Verlustrechnung, beim Jahresabschluss oder bei der Steuerberatung. Viele verwechseln Aufwand mit Ausgaben oder Verlusten – dabei ist die Unterscheidung entscheidend für Ihre Buchhaltung und Ihre Steuer.

Was ist Aufwand? – Definition im betrieblichen Kontext

Aufwand beschreibt im Rechnungswesen den Wertverzehr von Gütern und Dienstleistungen, der im Laufe einer Abrechnungsperiode (z. B. Geschäftsjahr) entsteht und das Eigenkapital mindertohne dass Geld zwingend abfließen muss.

Beispiel: Sie zahlen 1.200 € Miete – das ist Aufwand, weil es den Gewinn reduziert. Kaufen Sie ein Auto um 40.000 €, ist das keine Aufwandposition, sondern eine Investition, die über die Jahre abgeschrieben wird.

Das macht Aufwand zur Kerngröße der Erfolgsrechnung

In der doppelten Buchführung ist der Aufwand Teil der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Gemeinsam mit den Erträgen bildet er die Basis für Ihren unternehmerischen Erfolg.

Formel

Gewinn oder Verlust = Erträge – Aufwendungen

Je höher der Aufwand, desto niedriger der Gewinn – das kann steuerlich nützlich sein, sofern die Aufwendungen betrieblich gerechtfertigt sind.

Unterschied zwischen Aufwand, Ausgabe, Kosten und Verlust

Diese Begriffe werden oft synonym verwendet – tatsächlich haben sie unterschiedliche Bedeutungen in der Buchhaltung und Steuerwelt:

BegriffBedeutung
AufwandWertverzehr, der das Eigenkapital mindert (z. B. Miete, Abschreibung)
AusgabeAbfluss von Zahlungsmitteln (z. B. Barzahlung, Überweisung)
KostenBetriebswirtschaftlich verursachter Aufwand zur Leistungserbringung
VerlustNegatives Ergebnis, wenn Aufwand > Ertrag in einer Periode

Merke: Nicht jede Ausgabe ist ein Aufwand. Wenn Sie z. B. einen Computer kaufen, ist das eine Ausgabe – der Aufwand entsteht über die Jahre durch Abschreibung.

Arten von Aufwand – nicht jeder ist gleich

Betriebsbedingter Aufwand

Entsteht durch den laufenden Geschäftsbetrieb:

  • Wareneinsatz
  • Löhne & Gehälter
  • Miet- und Leasingkosten
  • Versicherungen
  • Werbung

Außerordentlicher Aufwand

Tritt unregelmäßig oder außergewöhnlich auf:

  • Schadenersatzleistungen
  • Diebstahl, Feuer, Naturkatastrophen
  • Forderungsverluste

Neutraler Aufwand

Steht nicht im Zusammenhang mit der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit:

  • Spenden
  • Steuerstrafen
  • Kursverluste aus Anlagenverkäufen

So sieht die Buchung eines Aufwands aus

In der doppelten Buchhaltung gilt die Regel:
Aufwand wird immer im Soll gebucht.

Beispiele

Mietzahlung

  • 1.000 € Geschäftsraummiete → Soll: 7400 Mietaufwand → Haben: 2800 Bank

Telefonrechnung

  • 120 € → Soll: 7380 Telefonaufwand → Haben: 2800 Bank

Abschreibung auf Laptop (AfA)

  • 600 € jährliche AfA → Soll: 7010 Abschreibungen → Haben: 0630 BGA

Steuerliche Relevanz: Wann ist ein Aufwand absetzbar?

Ein Aufwand ist in Österreich steuerlich abzugsfähig, wenn er:

  • betriebsnotwendig ist,
  • nachgewiesen werden kann (Belegpflicht),
  • und nicht unter die Ausnahmen des § 20 EStG fällt.

Nicht abzugsfähige Aufwendungen (laut § 20 EStG)

  • Private Ausgaben
  • Geldstrafen
  • Luxusausgaben ohne betrieblichen Zusammenhang

RIS – § 20 EStG – Nichtabzugsfähige Aufwendungen

Gliederung von Aufwand in der GuV (nach § 231 UGB)

In der GuV nach dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch wird Aufwand typischerweise so strukturiert:

KategorieTypische Buchungen
MaterialaufwandWareneinsatz, Fremdleistungen
PersonalaufwandLöhne, Gehälter, SV‑Beiträge
AbschreibungenAfA auf Anlagegüter
Sonstige AufwendungenMiete, Energie, Werbung, Versicherungen
FinanzaufwandZinsen, Kursverluste
Außerordentlicher AufwandSchäden, Katastrophen

RIS – § 231 UGB – GuV Schema

Typische Fehler im Umgang mit Aufwand – und wie Sie diese vermeiden

  • Aufwand mit Ausgaben verwechseln
  • GWG sofort absetzen, obwohl Abschreibung nötig wäre
  • Private Ausgaben als Aufwand verbuchen
  • Abschreibungen vergessen oder falsch berechnen
  • Belege nicht aufbewahren

Tipp von erfolgundmehr.at: Nutzen Sie eine saubere Belegablage und regelmäßige Monatsabschlüsse. So behalten Sie Ihre Zahlen im Griff und vermeiden steuerliche Risiken.